
Für die Gestaltung von Arbeitsplätzen gibt es seit Jahren ergonomische Grundlagen, die die Gesundheit von Mitarbeitenden schützen und gesundheitlichen Problemen vorbeugen können. Sie finden sie beispielsweise in Bausteinen wie ergonomischen Bürostühlen oder Sitzhockern und auch bei höhenverstellbaren Schreibtischen. Fortschrittliche Büroplanung erfasst in puncto Ergonomie im ganzen Raum gleichzeitig noch viel mehr – etwa bei der Gestaltung von Konzentration sowie Wohlbefinden fördernder Beleuchtung und Licht im Büro.
An einzelnen Stellen müssen Planung und Gestaltung dabei sogar gesetzliche Vorschriften zur Ergonomie befolgen. Schaffen Sie darüber hinaus mehr Ergonomie, gewinnen Sie mehr: zufriedenere, gesündere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist ein Erfolg, den Sie unmittelbar an geringeren Fehlzeiten oder Krankenständen ablesen können, die regelmäßig viel Geld kosten. Verschiedene Untersuchungen zur Wirkung von Ergonomie beziffern das Minus bei den Fehlzeiten auf bis zu 60 Prozent und das Plus bei der Produktivität im Büro auf bis zu 25 Prozent – so weit die Theorie. Die Realität in deutschen Unternehmen stellte sich zuletzt jedoch ganz anders dar.
Ergonomie als kulturelles Problem
Der Fehlzeiten-Report 2024 bilanzierte so viele Arbeitsausfälle wie nie zuvor. Dabei floss die typische Erkältungs- und Grippewelle zum Jahresende noch nicht einmal in die Betrachtung ein. Wesentliche Gründe für die zunehmenden Ausfälle waren zuletzt psychische Erkrankungen, die in den letzten zehn Jahren um rund die Hälfte zugenommen haben. Aber auch Rückenbeschwerden in jeder Form bilden ein anhaltend großes Problem. Dabei müsste gerade dieses eher abnehmen, denn Unternehmen aller Branchen haben hier in der letzten Zeit, zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten und auch freiwillig, viel in Ergonomie investiert. Wie kann diese trotzdem immer wieder scheitern und zu mehr statt weniger einschlägigen Erkrankungen führen?
Eine Erklärung findet sich in den Unternehmenskulturen. Ergonomische Büroeinrichtungen wurden oder werden vielerorts von unserer HAIN® GmbH oder anderen fachgerecht installiert und danach von den Unternehmen einfach den Mitarbeitenden übergeben, ohne sie mit den neuen Möglichkeiten vertraut zu machen. Wie stellt man einen Bürostuhl richtig ein? Die Frage klingt banal, ihre Beantwortung fällt unter ergonomischen Gesichtspunkten aber viel komplexer aus, als viele zunächst denken. Ohne das Wissen dazu kann jedoch selbst der hochwertigste ergonomische Bürostuhl durch unpassende Einstellungen nicht die Effekte zeigen, für die er entwickelt wurde. Gleiches gilt für alle anderen Bausteine eines ergonomischen Büros. Die Investition in eine solche Bürogestaltung zahlt sich erst richtig aus, wenn sie von einer Sensibilisierung und Schulungen zu dem Thema begleitet wird. Idealerweise findet das im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsfokus in der Unternehmenskultur Platz, damit eine nachhaltige, umfangreiche Veränderung zum Positiven erreicht werden kann.
New Work braucht noch mehr Ergonomie
Besonders Büroarbeitsplätze haben hohe Homeofficequoten. Bei den Mitarbeitenden zu Hause greifen die Ergonomiekonzepte eines Unternehmens jedoch überwiegend nicht mehr. Im Homeoffice richten sich die allermeisten so ein, wie es räumlich oder finanziell passt. Ergonomie spielt dabei eher eine geringere Rolle. Außerdem kann es zu Konflikten zwischen Beruflichem und Privatem kommen oder der Druck durch das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen, wächst. Allein bei der Always-on-Mentalität sind psychische Probleme auf Sicht vorprogrammiert. Dem sollten Unternehmen auch bei ihren New-Work-Modellen vorbeugen: durch eine Anpassung ihrer Kultur hin zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance und mehr Eigenverantwortung der Mitarbeitenden sowie durch gezielte Unterstützung bei der Einrichtung von ergonomischen Homeoffice-Arbeitsplätzen. Wie die Ergonomie selbst kann genauso ihre Installation immer nur ganzheitlich funktionieren und zu Erfolgen führen.



